Für ein Humanes Lebensende

Selbstbestimmtes Sterben in Würde.

Ziele der ÖGHL

Die Österreichische Gesellschaft für ein humanes Lebensende  (ÖGHL) engagiert sich

  • für eine Kultur des humanen Sterbens in Österreich, und
  • für real möglichen Zugang zur Sterbehilfe in Österreich ab 2022. 
  • Dabei können die Regularien der Schweiz, der Benelux-Staaten, Kanadas sowie des Bundesstaates Oregon (USA) als wertvolle Orientierung dienen.

Zugang zur Sterbehilfe

  1. Die ÖGHL setzt sich dafür ein, Menschen durch das Angebot von Sterbehilfe die Möglichkeit zu geben, sinnloses und unerträgliches Leid am Lebensende zu vermeiden und dadurch ihre Menschenwürde zu erhalten.
  2. Die ÖGHL betrachtet ein Recht auf Selbstbestimmung am Lebensende als wesentlichen Teil der Autonomie des Menschen, deren Betonung und Anerkennung im Lauf der Geschichte zunahm und weiter zunehmen wird. Dieses Recht wurde vom Österreichischen Verfassungsgerichtshof ausdrücklich bekräftigt.
  3. Das Recht auf Selbstbestimmung am Lebensende umfaßt auch das Recht auf Sterbehilfe. Auch dieses Recht wurde vom Österreichischen Verfassungsgerichtshof bestätigt.
  4. Die ÖGHL engagiert sich dafür, daß ab 2022 Sterbehilfe auch tatsächlich verfügbar ist, und nicht durch gesetzliche Regulierungen in der Praxis unmöglich wird. Schutz vor Mißbrauch ist wichtig, darf aber das Selbstbestimmungsrecht nicht kompromittieren.
  5. Die ÖGHL betont den ethischen und zeitlichen Vorrang von Palliativmedizin sowie psychischer und emotionaler Betreuung vor jeder Entscheidung zum Freitod. Sollte die ÖGHL in Zukunft individuelle Beratung anbieten, dann wird diese ergebnisoffen sein. 
  6. Jeder Mensch darf selbstverständlich für sich selbst Sterbehilfe ablehnen, etwa aus religiösen Gründen. Ein säkularer Staat darf Glaubensvorschriften aber nicht zur Grundlage staatlicher Regulierung machen, die für alle gelten.
  7. Die ÖGHL richtet ihre Tätigkeit vor allem auf ein Recht auf Selbstbestimmung am Lebensende im Kontext von unausweichlichem schwerem körperlichem oder psychischem Leid, insbesondere bei unheilbaren Krankheiten, unter ärztlicher und psychologischer Betreuung, und bei aufrechter Urteilskraft des Leidenden.
  8. Die ÖGHL propagiert mittelfristig die weitere Legalisierung der Sterbehilfe, insbesondere die Liberalisierung von §77StGB „Tötung auf Verlangen“ durch Einfügung geeigneter qualifizierter Ausnahmen, in denen auch aktive Sterbehilfe zulässig ist.
  9. Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen und Minderjährige dürfen nicht diskriminiert werden, denn auch für diese gilt das Recht auf Selbstbestimmung.
  10. Jeder Mensch sollte sich ungeachtet seines Alters und seines Gesundheitszustandes vorsorglich in angemessener Form mit seinem Lebensende und dessen möglichen Begleitumständen befassen. 
Die ÖGHL propagiert dafür das Instrument von Sterbeverfügungen, mit denen der Einzelne seine konkreten Vorstellungen von seiner letzten Lebensphase und insbesondere seinen Wunsch nach Sterbehilfe bzw. Freitodbegleitung verbindlich festhalten kann.

Die ÖGHL in der Gesellschaft

  1. Die ÖGHL ist einem humanistischen Weltbild verpflichtet. Die ÖGHL ist überkonfessionell und überparteilich. Die ÖGHL arbeitet auf wissenschaftlicher Grundlage.
  2. Die ÖGHL trägt zur gesellschaftlichen und politischen Willensbildung bei, einschließlich der Vorbereitung von Gesetzesvorschlägen. Die ÖGHL sucht Brücken zwischen den sich wandelnden Weltbildern, die die Gesellschaft heute prägen. 
  3. Die ÖGHL stützt sich auf die Empfehlungen der Bioethikkommission des Bundeskanzleramts („Sterben in Würde“, 2015), und auf das Urteil des Österreichischen Verfassungsgerichtshofs vom 11.12.2020, das bestätigte: "Es ist verfassungswidrig, jede Art der Hilfe zur Selbsttötung ausnahmslos zu verbieten."
  4. Die ÖGHL ist an geltendes Recht gebunden und schließt daher explizit alle Tätigkeiten aus, die von § 78 StGB „Mitwirkung am Selbstmord“ und § 77 StGB „Tötung auf Verlangen“ umfasst werden.

 

News, Berichte und Termine

News, Berichte zu Veranstaltungen, Presseberichte und Termine finden Sie auf unserer Facebook-Seite.

Mitglied werden!

Bitte unterstützen Sie die Arbeit der ÖGHL als förderndes Mitglied!

Petition unterstützen

Auf change.org können Sie eine Petition unterstützen, die das Recht auf professionelle Sterbehilfe fordert. Die Petition richtet sich unter anderem an den Deutschen Bundestag und an das Österreichische Parlament.

Spenden

Sie möchten die ÖGHL unterstützen, aber nicht selber Mitglied werden? Wir freuen uns über jeden Beitrag auf unser Spendenkonto. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!