Zum Hauptinhalt springen

ÖSTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FÜR EIN HUMANES LEBENSENDE

Selbstbestimmtes Sterben in Würde

Ziele der ÖGHL

Die Österreichische Gesellschaft für ein humanes Lebensende  (ÖGHL) engagiert sich

  • für eine Kultur des humanen Sterbens in Österreich, und
  • für real möglichen Zugang zur Sterbehilfe in Österreich.

Zugang zur Sterbehilfe

  1. Die ÖGHL setzt sich dafür ein, Menschen durch das Angebot von Sterbehilfe die Möglichkeit zu geben, insbesondere sinnloses und unerträgliches Leid am Lebensende zu vermeiden und dadurch ihre Menschenwürde zu erhalten.
  2. Die ÖGHL betrachtet ein Recht auf Selbstbestimmung am Lebensende als wesentlichen Teil der Autonomie des Menschen, deren Betonung und Anerkennung im Lauf der Geschichte zunahm und weiter zunehmen wird. Dieses Recht wurde vom Österreichischen Verfassungsgerichtshof ausdrücklich bekräftigt. Das Recht auf Selbstbestimmung umfasst auch das Recht auf Sterbehilfe. Auch dieses Recht wurde vom Österreichischen Verfassungsgerichtshof bestätigt.
  3. Die ÖGHL engagiert sich dafür, dass Sterbehilfe auch tatsächlich und bedarfsgerecht verfügbar ist, und nicht durch gesetzliche Regulierungen in der Praxisunangemessen eingeschränkt oder gar unmöglich wird. Schutz vor Missbrauch aller Art ist wichtig, darf aber das Selbstbestimmungsrecht nicht kompromittieren.
  4. Die ÖGHL betont den ethischen und zeitlichen Vorrang von Palliativmedizin sowie psychischer und emotionaler Betreuung vor jeder Entscheidung zum Freitod. Sollte die ÖGHL in Zukunft individuelle Informationsgespräche anbieten, dann werden diese ergebnisoffen sein.
  5. Jeder Mensch darf selbstverständlich für sich selbst Sterbehilfe ablehnen, etwa aus religiösen Gründen. Ein säkularer Staat darf Glaubensvorschriften aber nicht zur Grundlage staatlicher Regulierung machen, die für alle gelten.
  6. Die ÖGHL richtet ihre Tätigkeit vor allem auf ein Recht auf Selbstbestimmung am Lebensende im Kontext von unausweichlichem schwerem körperlichen oder psychischem Leid, insbesondere bei unheilbaren Krankheiten, unter ärztlicher und psychologischer Betreuung, und bei aufrechter Urteilskraft des Leidenden.
  7. Die ÖGHL propagiert mittelfristig die weitere Legalisierung der Sterbehilfe, insbesondere die Abschaffung der Einschränkung auf bestimmte Diagnosen anstelle von subjektiv empfundenem Leid als Kriterium, frei verfügbare und bedarfsgerechte Möglichkeiten zur Information und die Durchführung von Freitodbegleitungen durch qualifizierte Helfer, sowie die Liberalisierung von § 77 StGB „Tötung auf Verlangen“ durch Einfügung geeigneter qualifizierter Ausnahmen, in denen auch aktive Freitodhilfe zulässig ist. 
  8. Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen, Minderjährige und Gesunde dürfen nicht diskriminiert werden, denn auch für diese gilt das Recht auf Selbstbestimmung.
  9. Jeder Mensch sollte sich ungeachtet seines Alters und seines Gesundheitszustandes vorsorglich in angemessener Form mit seinem Lebensende und dessen möglichen Begleitumständen befassen.

Die ÖGHL in der Gesellschaft

  1. Die ÖGHL ist einem humanistischen Weltbild verpflichtet. Die ÖGHL ist überkonfessionell und überparteilich. Die ÖGHL arbeitet auf wissenschaftlicher Grundlage.
  2. Die ÖGHL trägt zur gesellschaftlichen und politischen Willensbildung bei, einschließlich der Vorbereitung von Gesetzesvorschlägen. Die ÖGHL sucht Brücken zwischen den sich wandelnden Weltbildern, die die Gesellschaft heute prägen. 
  3. Die ÖGHL stützt sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 20.01.2011 („Haas gegen die Schweiz“), die Empfehlungen der Bioethikkommission des Bundeskanzleramts („Sterben in Würde“, 2015), des Urteils des Deutschen Bundesverfassungsgerichtes vom 26.02.2020 und auf das Urteil des Österreichischen Verfassungsgerichtshofs vom 11.12.2020.
  4. Die ÖGHL ist an geltendes Recht gebunden und schließt daher explizit alle Tätigkeiten aus, die von § 77 und § 78 StGB StGB umfasst oder durch das Sterbeverfügungsgesetz untersagt werden. Die ÖGHL betreibt insbesondere keine Werbung für Sterbehilfe und verweist öffentlich grundsätzlich nur auf allgemein zugängliche Informationsangebote über das StVfG.

Mitglied werden!

Bitte unterstützen Sie die Arbeit der OEGHL als förderndes Mitglied!

Ich möchte ÖGHL Mitglied werden!

Petition unterstützen!

Auf change.org können Sie eine Petition unterstützen, die das Recht auf professionelle Sterbehilfe fordert.

Petition unterstützen

Spenden

Sie möchten die ÖGHL unterstützen, aber nicht selber Mitglied werden? Wir freuen uns über jeden Beitrag auf unser Spendenkonto. Hier können Sie uns unterstützen!